Perspektivenwechsel mit coach4success

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"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann."

Dieser Blog soll Impuls und Anregung für einen Perspektivenwechsel sein.

Menschliches Handeln

ReflexionGeschrieben von Martina Wirth Mi, Januar 10, 2018 21:23:50
Warum Menschen handeln und warum nicht.

Der Jahreswechsel löste bei vielen von uns fast reflexartig die Frage nach den guten Vorsätzen aus. Von einigen Gesprächspartnern war zu hören, dass der einzige gute Vorsatz sei, gar keine guten Vorsätze mehr zu machen - hätte ja doch nie geklappt.

Dieses jährlich wiederkehrende Standardthema führte mich zur philosophischen Frage „Warum handeln Menschen? Was sind ihre Gründe, wenn sie nicht handeln?

In der Philosophie - eine Wissenschaft der Reflexion - beginnt jede Überlegung mit einer Klärung der Begriffe:

Handeln wollen wir definieren als zielgerichtete, freiwillige Aktivität eines Subjekts, das mit Hilfe adäquater Mittel seine derzeitige Situation in der Zukunft verbessern will. Als Coach reagiere ich sofort auf die Worte Ziel, freiwillig, Mittel, Zukunft, verbessern.

Ziele – konkret formuliert – können Leuchttürme im Leben sein oder auch nur eine gedankliche Absichtserklärung bleiben.
Mittel sind meine vorhandenen oder erforderlichen Ressourcen, um mein Ziel erreichen zu können. Oh, machen wir hier nicht schon ein Hindernis ausfindig?
Zukunft und verbessern – wer will das nicht? Und hätten wir die anvisierte Verbesserung schon erreicht, dann wäre handeln ja bereits sinnlos geworden.
Freiwillig? Hier wird es schon schwieriger: Handeln aus Zwang kennt jeder von uns; denken Sie an gesellschaftliche, berufliche, familiäre Anforderungen, denen wir folgen „müssen“, sei es aus Angst vor dem Imageverlust, dem Karriereknick oder dem Konfliktpotential. Es mag sogar so sein, dass wir häufiger in diesem Sinne unfreiwillig handeln als uns bewusst ist. Auch wenn in der Determinismus-Debatte um diese Willensfreiheit innerhalb der Wissenschaften heftig diskutiert wird, wollen wir für unsere Überlegung davon ausgehen, dass unseren Handlungen ein freier Wille vorausgeht. ... Und eine Entscheidung zu handeln oder nicht zu handeln.

Jeder weiß, Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach. Erstens muss man vorher einiges Bedenken, also Denken. Zweitens muss man Argumente und Gegenargumente sammeln, bewerten und eventuelle Folgen abwägen, also Weiter-Denken. Oft kommt Zeitdruck hinzu. Aber letztendlich ist eine Entscheidung eine Wahl, ich muss aus allen Möglichkeiten eine auswählen und die anderen abwählen. D.h. aber auch, es muss eine Auswahl an Möglichkeiten geben, um im Wahlakt meine Wahlfreiheit ausüben zu können. Also braucht Handeln Willensfreiheit und Wahlfreiheit.

Schon wieder Freiheit und wo bleiben die Gründe fürs Handeln?
Nun ja, hier wird es schwieriger, weil eine Entscheidung, eine Wahl nach subjektiver Bewertung der Möglichkeiten von einem Individuum getroffen wird. Diese Wahl basiert auf keiner objektiven, sondern auf einer subjektiven Wertsetzung des Individuums in einer bestimmten Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es könnte also auch sein – und das kennen wir alle – dass die Entscheidung in veränderter Situation oder zu einem anderen Zeitpunkt auch anders ausfällt. Der österreichische Ökonom und Sozialphilosoph Ludwig von Mises hat es so formuliert:


„Werturteile sind irrational und subjektiv, man kann sie loben oder tadeln, billigen oder miss­billigen, doch man kann sie nicht als wahr oder unwahr bezeichnen.“ (Mises 1940: 53).

Damit wird es aus wissenschaftlicher Sicht unmöglich, allgemeingültige Gründe für das menschliche Handeln zu benennen. Ich höre Ihren Einwand: Aber es gibt psychologische Modelle, beispielsweise die Bedürfnishierarchien nach Abraham Maslow, oder ökonomisch fundierte Rational Choice Theory (Theorien der rationalen Wahl) mit dem Ideal des homo oeconomicus. Diese Modelle basieren jedoch auf empirischen Versuchsanordnungen im Labor und erfassen nicht die Komplexität des realen Lebens. Hinzu kommt, wenn wir kurz einen Blick auf die Maslowsche Motivationshierachien werfen, die starke Normierung der menschlichen Gründe.

„Die letzten Entscheidungen, die Wertungen und Zielsetzungen, liegen jenseits des Bereichs der Wissenschaft. Die Wissenschaft sagt nicht, wie man handeln soll; sie zeigt nur, wie man handeln müsste, wenn man Ziele, die man sich gesetzt hat, erreichen will.“ (Mises 1940:8).

Also keine wissenschaftliche Begründung für das menschliche Handeln?

Ludwig von Mises legte in seiner „Letztbegründung der Ökonomik" mit der Praxeologie menschliches Handeln bis auf dessen Grundstruktur eines allgemeinen Handelns frei: Unabhängig von wirtschaftlichem Kontext, Bedürfniskategorien oder psychologischen Motivationen kommt er zu dem Ergebnis, dass Handeln nur den Zweck hat, subjektives Unbefriedigtsein durch individuelles Handeln in einen Zustand mit geringerem Unbefriedigtsein zu verändern.

Kurz gesagt: Neujahrsvorsätze bleiben solange Absichtserklärungen bis der Leidensdruck zu einer Veränderung durch zielgerichtetes Handeln motiviert.



Literatur:

Birgit Recki: Freiheit. Grundbegriffe der europäischen Geistesgeschichte. Hg. v. Konrad Paul Liessmann. Wien: facultas.wuv 2009.

Ludwig von Mises: Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens. Genf: Edition Union Genf 1940.

Rahim Taghizadegan: Alles, was Sie über die Österreichische Schule der Nationalökonomie wissen müssen. FinanzBuchVerlag 2017.

Ludwig von Mises: Die Letztbegründung der Ökonomik. Mises.at 2016.

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Wahrheit und Alternative Fakten oder The Danger of a single Story

ReflexionGeschrieben von Martina Wirth Fr, März 31, 2017 08:48:59
"Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners." (Heinz von Foerster)

Der aktuelle Diskurs über Fake-News, Wahrheit, Lüge und alternative Fakten fordert uns auf, erstens über die Begriffe Klarheit zu gewinnen und zweitens über den Prozess der persönlichen Wahrheitsfindung nachzudenken.

Chimamanda Ngozi Adichie's TED Talk "The Danger of a single Story" hat meines Erachtens das Potential unsere vorgefassten Meinungen zu erschüttern und Anregungen für einen Perspektivenwechsel zu liefern. 20 Minuten gut investierte Zeit:







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In jedem Ende liegt ein neuer Anfang!

ReflexionGeschrieben von Martina Wirth Mi, Dezember 14, 2016 14:55:40

Dieser Aphorismus des Philosophen Miguel de Unamuno y Yugo passt nicht nur zum bevorstehenden Jahreswechsel. Je länger ich lebe, umso besser kann ich diese Dualität, diese Wechselwirkung verstehen: Das ganze Leben ist permanente Veränderung, jeder Tag ist ein Neubeginn.
Jede Entscheidung kann ein Neubeginn sein.

Greenery - die Pantone-Farbe des Jahres 2017 steht für Neuanfang und Hoffnung. Dieses frische Grün erinnert mich an den Frühling, an Vitalität und Lebenslust. Die Farbe Grün steht aber auch für Neid und Gift, womit wir wieder bei der Dualität unserer begrifflichen Welt wären.

Kein anderes Symbol steht treffender für "Go" als das Berliner Ampelmädchen,

äh -männchen:

Also freuen wir uns über jeden Neubeginn, dem ein Ende, ein Abschied vorausgegangen ist und sagen wir 2017 einfach öfters JA! YES! GO! DO IT!








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Ein Experiment mit der Zeit

ReflexionGeschrieben von Martina Wirth Sa, Juli 16, 2016 18:01:17

Eines Tages wurde ein alter Professor der französischen Schule für Verwaltung gebeten, für eine Gruppe von etwa fünfzehn Chefs großer nordamerikanischer Unternehmen eine Vorlesung über sinnvolle Zeitplanung zu halten. Dieser Kurs war einer von fünf Stationen ihres eintägigen Lehrgangs. Der Professor hatte daher nur eine Stunde Zeit, sein Wissen zu vermitteln.

Zuerst betrachtete der Professor in aller Ruhe einen nach dem anderen – sie waren bereit, alles was der Fachmann ihnen beibringen wollte, gewissenhaft zu notieren. Danach verkündete er: „Wir werden ein kleines Experiment durchführen.“

Der Professor zog einen riesigen Glaskrug unter seinem Pult hervor, das ihn von seinen Schülern trennte und stellte ihn vorsichtig vor sich. Dann holte er etwa ein Dutzend Kieselsteine, etwa so groß wie Tennisbälle, hervor und legte sie sorgfältig, einen nach dem anderen, in den großen Krug. Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Kieselstein mehr darin Platz hatte, blickte er langsam auf und fragte seine Schüler: „Ist der Krug voll?“ Und alle antworteten „Ja.“ Er wartete ein paar Sekunden ab und fragte seine Schüler: „Wirklich?“

Dann verschwand er erneut unter dem Tisch und holte einen mit Kies gefüllten Becher hervor. Sorgfältig verteilte er den Kies über die großen Kieselsteine. Der Kies verteilte sich zwischen den großen Kieselsteinen bis auf den Boden des Krugs. Der Professor blickte erneut auf und fragte sein Publikum: „Ist dieser Krug voll?“

Dieses Mal begannen seine schlauen Schüler, seine Darbietung zu verstehen. Einer von ihnen antwortete: „Wahrscheinlich nicht!“ „Gut!“ antwortete der Professor. Er verschwand wieder unter seinem Pult und diesmal holte er einen Eimer Sand hervor. Vorsichtig kippte er den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den großen Kieselsteinen und dem Kies auf.

Wieder fragte er: „Ist dieses Gefäß voll?“ Dieses Mal antworteten seine schlauen Schüler ohne zu zögern im Chor: „Nein!“ „Gut!“ antwortete der Professor. Und als hätten seine wunderbaren Schüler nur darauf gewartet, nahm er die Wasserkanne, die unter seinem Pult stand, und füllte den Krug bis an den Rand. Dann blickte er auf und fragte seine Schüler.

„Was können wir Wichtiges aus diesem Experiment lernen?“ Der Kühnste unter seinen Schülern – nicht dumm – dachte an das Thema des Kurses und antwortete: „Daraus lernen wir, dass, selbst wenn wir denken, dass unser Zeitplan schon bis an den Rand voll ist, wir, wenn wir es wirklich wollen, immer noch einen Termin oder andere Dinge, die zu erledigen sind, einschieben können.

„Nein“, antwortete der Professor, „darum geht es nicht. Was wir wirklich aus diesem Experiment lernen können ist folgendes: wenn man die großen Kieselsteine nicht als erstes in den Krug legt, werden sie später niemals alle hinein passen.“ Es folgte ein Moment des Schweigens. Jedem wurde bewusst, wie sehr der Professor Recht hatte. Dann fragte er: „Was sind in eurem Leben die großen Kieselsteine? Eure Gesundheit? Eure Familie? Eure Freunde? Die Realisierung eurer Träume? Das zu tun, was euch Spaß macht? Dazuzulernen? Eine Sache verteidigen? Entspannung? Sich Zeit nehmen? ... Oder etwas ganz anderes?

Was wirklich wichtig ist, ist dass man die großen Kieselsteine in seinem Leben an die erste Stelle setzt. Wenn nicht, läuft man Gefahr, es nicht zu meistern ... sein Leben. Wenn man zuallererst auf Kleinigkeiten achtet (der Kies, der Sand), verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug Zeit für die wichtigen Dinge in seinem Leben. Deshalb vergesst nicht, euch selbst die Frage zu stellen: „Was sind die großen Kieselsteine in meinem Leben?“ Dann legt diese zuerst in euren Krug des Lebens.“

Mit einem freundlichen Wink verabschiedet sich der alte Professor von seinem Publikum und verließ langsam den Saal.

Genießen Sie den Sommer, Ihre freien Tage, Ihre Zeit für Muße.

mw



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